Aschenkreuz
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40 Tage der Vorbereitung

Liebe Mitchristen, Weshalb 40 Tage der Vorbereitung? Noch vor seinem öffentlichen Auftreten ging Jesus, erfüllt vom Heiligen Geist, in die Wüste, um sich dort durch verschiedene Anfechtungen hindurch seiner Sendung zu vergewissern. Jesus wurde vom Teufel versucht, so berichten die Evangelisten:

„Wenn Du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen
Steinen Brot wird…“ Jesus missbraucht seine göttliche Kraft nicht, sondern antwortet
mit einem Satz aus der Hl. Schrift: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von
jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt“. Ein guter Grund, sich in diesen Tagen der
Fastenzeit wieder neu am Wort Gottes zu orientieren. Neben diesem Hauptgrund der
christlichen Fastenzeit, den 40 Tagen Jesu in der Wüste, finden sich im Alten Testament
weitere bedeutsame Gotteserfahrungen, die mit der Zahl 40 und entsprechender Askese
verbunden sind:
Vierzig Jahre ist das Volk des Alten Bundes durch die Wüste gezogen, ehe es das Land
der Verheißung betreten konnte. Vierzig Tage verbrachte Mose auf dem Berg, um
Gottes Gebote entgegenzunehmen. Vierzig Tage wanderte Elija fastend und betend
durch die Wüste, bis er am Berg Horeb Gott in geheimnisvoller Weise erfahren durfte.
So bereiten auch wir uns alljährlich von Aschermittwoch bis Gründonnerstag vierzig
Tage lang vor auf die große Osterfeier der Kirche, um Tod und Auferstehung des Herrn
würdig zu feiern. Wer nachrechnet, wird jedoch feststellen, dass es mehr als 40 Tage
sind. Warum? Weil früher die Fastensonntage als Tage der Feier der Auferstehung nicht
als Fasttage mitgezählt wurden... und das gebe uns auch zu denken: „Wenn Du fastest
salbe dein Gesicht“ sagt Jesus. Wir fasten als Vorbereitung der Feier der Erlösungstat
unseres Herrn, seinen Tod am Kreuz, und das ist ernst! Alle Hingabe die wir in der
Fastenzeit versuchen, durch Opfer und Verzicht, durch Gebet und erhöhten Einsatz für
Mitmenschen, ist nur eine Antwort auf die Hingabe des Lebens, die Jesus am Kreuz aus
Liebe zu uns vollbracht hat. Doch unser Gedenken ist nicht düster oder ein brummiges
sich Rühmen über die Schwere des Verzichts, den man leistet. Unsere Gesichter sollen
gesalbt, also frei, offen, erlöst aussehen, weil wir wissen, das Gedenken des Leidens des
Herrn mündet in den Jubel der Osternacht ein, in der wir den Gott des Lebens, den
auferstandenen Christus bejubeln. Darum „Wenn du fastest, mach kein düsteres
Gesicht…“, ruft uns Jesus zu..
Ihr Pfarrer Maurus Mayer,

Quelle: Bistum Augsburg, Abteilung Glaubensfragen