Josefine Bakita
Josefine Bakita
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Heilige

Liebe Mitchristen, vier ganz unterschiedliche Heilige treffen in die Zeit dieses Kirchenanzeigers. Drei sind recht prominent und werden auch schon viele Jahrhunderte verehrt, so Scholastika, die Schwester des Hl. Benedikt, die im Besonderen das Vorbild der Ordensfrauen ist.

Am Tag, an dem wir die MitarbeiterInnen unseres Dekanates bei uns zu Gast haben (am 14.02. ist diese Konferenz, der „Dies“, der mit einer Vesper 14.30 in der Kirche beginnt), an diesem Tag gedenkt die Kirche zweier bedeutender Missionare, der Hl. Cyrill und Methodius, die besonders in der Ostkirche als die großen Glaubensboten bei den Slawen verehrt werden.
Auf eine fast völlig unbekannte Heilige die ihren Gedenktag am 8. Februar feiert, auf Josefine Bakita möchte ich Sie besonders hinweisen. Sie wurde 1870 im Sudan geboren und als zehnjährige von Sklavenhändlern geraubt und verkauft. Vor allem als Besitz eines türkischen Offiziers machte das Mädchen alle erdenkbaren Grausamkeiten durch. Mit einer italienischen Diplomatenfamilie kam sie nach Italien, wurde aber immer noch als Sklavin behandelt. Um sie während einer Reise der Familie „aufzubewahren“, steckte man das Mädchen in ein Kloster der Canossanerinnen. Dort reifte in ihr die Sehnsucht, Christin zu werden. Als ihre „Besitzerin“ wieder zurückkam, und die Herausgabe der jungen Sklavin forderte, weigerte sich die mutige Oberin, diese herauszugeben. Schließlich konnte Bakita, vor italienischem Gesetz nun volljährig und frei geworden, über ihr Leben selbst entscheiden. Sie wählte das Leben als Ordensfrau – damals eine Sensation, eine farbige Schwester in einem italienischen Konvent –, und betete und wirkte viel für die Christianisierung Afrikas. Ausgesprochen beliebt war sie bei den Menschen, denen sie als Pförtnerin im Kloster in Schio (Norditalien) begegnete, vor allem bei den Kindern. Schon zu Lebzeiten wurde sie wie eine Heilige verehrt. 1947 starb sie, nachdem sie im Todeskampf noch einmal alle Nöte der Sklaverei durchleben musste. Papst Johannes Paul II hat sie 2000 heilig gesprochen.
Ihr Pfarrer Maurus Mayer