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Johannes-Ikone
Johannes-Ikone
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Patrozinium St. Johannes Baptist

Liebe Pfarrgemeinde, verehrte Gäste! Am 24. Juni , genau ein halbes Jahr vor Weihnachten, dem Geburtsfest Jesu, feiern wir das Geburtsfest Johannes des Täufers und begehen deshalb am kommenden Sonntag, dem 23. Juni, unser Patroziniumsfest St. Johannes Baptist.

Neben der Gottesmutter Maria (8. September) ist Johannes der Täufer der einzige Heilige, dessen Geburt mit einem eigenen Fest gefeiert wird. Die ungewöhnlichen Ereignisse im Zusammenhang mit seiner Geburt unterstreichen seine herausragende Bedeutung: „Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn es war deutlich, dass die Hand des Herrn mit ihm war“ (Lk 1,66). So endet das 1. Kapitel des Lukasevangeliums. Dem Vater Zacharias hatte es die Sprache verschlagen, als ihm der Engel Gottes die Geburt des Vorläufers Jesu ankündigte, während die Mutter Elisabeth zusammen mit Maria Gott wegen des Erbarmens hoch preist, das er ihnen erwiesen hat.
Auch in der Ostkirche wird Johannes hoch verehrt. Ihm kommt an der Ikonostase, der Trennwand zwischen dem Altar- und Kirchenraum nach Christus und Maria, und vor allen anderen Heiligen, der Ehrenplatz zu. Die Johannes-Ikone zeigt ihn häufig als Boten Gottes, der gekommen ist, die Menschen auf den Messias aufmerksam zu machen und ihm die Wege zu bereiten. „Bote“ heißt auf lateinisch „angelus“. Deshalb wird Johannes oft mit Engelsflügeln dargestellt. Freilich sehen wir auch schon sein Ende angezeigt: Das abgeschlagene Haupt des Johannes erinnert uns an seinen gewaltsamen Tod, weil er dem König Herodes Antipas dessen ehebrecherisches Verhalten mit Herodias vorgehalten hatte. So steht Johannes in der Tradition der alttestamentlichen Propheten, denen oft Gewalt angetan worden ist: Verfolgung, Verbannung, Tod.
Das Patroziniumsfest Johannes’ des Täufers am kommenden Sonntag möge uns zu Jesus führen, dem der Vorläufer die Wege bereitet hat.

Herzlichen Gruß! Ihr Pfarrer Peter Guggenberger