Blatt mit Wassertropfen
Niteroi
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Katholische Kirche Oberstdorf › Soziale Dienste

Das Waisenhaus in Niteroi (Brasilien)

Als ich mich mit dem damaligen Erzbischof von Niteroi und einer brasilianischen Gruppe traf, wollten wir anfangs ein Haus für Straßenkinder bauen. Aber dann ist ein Heim für Kleinkinder daraus geworden.

Die Gründerin einer modernen brasilianischen Kongregation hatte uns nämlich drei aktive, gut ausgebildete, aber junge Klosterfrauen zur Verfügung gestellt. Ob diese aber mit diesen äußerst schwierigen und zum Teil schon kriminellen Buben und Mädchen fertig werden würden? Um diesen vorprogrammierten Schwierigkeiten aus dem Weg zu gehen, gründeten wir ein Waisenhaus für Kinder bis zum zehnten, elften Lebensjahr. Seitdem kommen viele Babys und Kinder aus dem Raum Niteroi (600.000 Einwohner) zu uns, die irgendwo unter einer Brücke, vor einem Krankenhaus oder auf deiner Parkbank gefunden wurden. Die Polizei bringt diese oft erbärmlichen Wesen über das Jugendamt zu uns. Die hübschen, weißen, aufgeweckten Kinder bleiben nicht allzu lang bei uns; wenn sie nämlich keine Eltern haben oder die ledige Mutter nicht auffindbar ist, gibt sie der Jugendrichter bald an Adoptiveltern weiter. In Ballungszentren wie Rio de Janeiro und Sao Paulo gibt es nämlich mehr Eltern, die sich ein Kind wünschen, als es in den dortigen Waisenhäusern gibt! Es kann somit vorkommen, dass so ein „süßer Engel“(s. Foto) schon nach einem halben Jahr zu einer Familie kommt, wo er diese Liebe und ganztägige Betreuung findet, die auch das beste Heim nicht gewähren kann.

Längere Zeit bleiben uns somit die Sechs- bis Elfjährigen oder auch körperlich Behinderte und geistig Zurückgebliebene. Auch die Hautfarbe wird bei uns in letzter Zeit immer dunkler, weil die Brasilianer hellhäutige Kinder bevorzugen. Dass somit die „Creme“ früher oder später abwandert, mag im ersten Augenblick bitter sein. Aber auf der anderen Seite muss es doch Menschen und Ein-richtungen geben, die sich gerade dieser von der Natur oder von den Menschen benachteiligten Geschöpfe widmen. Wir sind also ein Heim, das alle mit Freude aufnimmt und sich besonders all derer annimmt, die nicht allzu begehrt sind, die schon in jungen Jahren ein schweres Schicksal hinter sich haben, weil sie misshandelt, geschlagen, vom eigenen Vater missbraucht wurden. Geschöpfe Gottes, denen die nötige Nahrung vorenthalten wurde und die völlig unter-ernährt zu uns kamen, werden bei uns groß gepäppelt und erhalten wertvolle Babynahrung. Arme Wesen, die nie Hygiene und Körperpflege erfuhren, werden bei uns gebadet, geduscht, mit frischer Wäsche versorgt, ärztlich und medizinisch betreut und mit sechs Jahren in die Schule geschickt!

Ob Sie uns dabei etwas helfen wollen? All denen, die dies schon tun ein herzliches Danke! All denen, die neu zur Helferschar stoßen wollen, schon jetzt ein „Vergelt’s Gott“!

Hier unser Konto: Waisenhaus Niteroi, IBAN: DE63733699200001103911; BIC GENODEF1SFO

v. Franz Neumair, Kurseelsorger i. R.