Blatt mit Wassertropfen
Besuch im Seniorenheim
Besuch im Seniorenheim
Katholische Kirche Oberstdorf › Soziale Dienste

Senioren- und Krankenseelsorge

Bis ins hohe Alter will ich euch tragen (Jesaja 46,4)

Diese Überschrift ist die Zusage des helfenden Gottes, den der Prophet Jesaja erfahren hat und verkündet. Seit meinem Neuanfang hier in Oberstdorf ist mir diese Zusage richtungsweisend geworden für die Seelsorge in den Seniorenzentren „Herbstsonne“ und „Am Mühlbach“.
Regelmäßig feiere ich dort mit den Bewohnern Gottesdienste und besuche sie. Ich freue mich jedes Mal, wenn das Personal den Aufenthaltsraum zu einem ansprechenden Gottesdienstraum umgestaltet und den Altar mit weißer Tischdecke, Blumen und Kerzen schmückt. Der Raum hat sofort einen anderen Charakter. Alle Bewohner, die nicht ans Bett gefesselt sind, werden mit Rollstühlen gebracht, so dass möglichst alle an der Gottesdienstfeier teilnehmen können. Dafür möchte ich dem Personal hier mein herzliches Vergelt's Gott aussprechen. Die Gottesdienste lege ich terminlich jeweils so, dass die Bewohner die wichtigen Feste im Kirchenjahr mitfeiern können. Dadurch erhält der „normale“ Alltag einen besonderen Akzent und die kirchlichen Feste bleiben in Erinnerung. Ich benütze dabei gerne Gegenstände und Symbole, welche die Zusage Gottes unterstützen, dass er besonders den Schwachen, Kranken und alten Menschen als helfende Kraft nahe ist.
Eine emotionale Kraftquelle ist für viele Senioren auch das Singen. „Die Musik zielt darauf hin, das Herz mit edlen Gefühlen zu erfüllen“, so schreibt der chinesische Philosoph Konfuzius vor 2500 Jahren. Wenn ich mit den Senioren die alten Volkslieder er-klingen lasse, dann strahlen die Gesichter und manche Trübsal ist vergessen.
Das Gebet spielt für viele Senioren eine wichtige Rolle in ihrem Alltag: Da gibt es eine Frau im Rollstuhl, die ihre Zeit mit Gebeten verbringt, weil dies das einzige ist, was sie noch tun kann. Und da gibt es im gleichen Haus die kranke Seniorin, die mir gesteht, dass sie nicht mehr beten kann, weil ihr einfach die Kraft dazu fehlt. Da nehme ich ihre Hand und wir beten gemeinsam, ich lege ihr die Hände auf und spreche über sie den Segen Gottes. Dankbar lächelt sie und ich spüre, dass ich wiederkommen soll. Ich erfahre, wie gut es den Senioren tut, auch über ihren Glauben sprechen und gemeinsam beten zu können. Selbst wenn andere Fähigkeiten nach und nach verloren gehen, so bleibt der Glaube an den helfenden Gott, der bis zum Lebensende trägt. Schön, dass die Erfahrung des Propheten Jesaja bis heute stimmt! Benno Driendl, Pastoralreferent
Besuchsdienst - Unsere Senioren im Blick

Der Schritt ins Seniorenheim ist für viele Menschen der schwierigste ihres Lebens: Viele Tätigkeiten können sie nicht mehr erledigen, die gewohnte Umgebung fällt weg, das soziale Umfeld verändert sich. Viele tun sich schwer, sich an die neue Situation zu gewöhnen, sich mit neuen Menschen anzufreunden. Sie fühlen sich einsam. Auch wenn das Pflegepersonal oft Unglaubliches leistet, so fehlt in der Regel doch die Zeit für die Beschäftigung mit einzelnen Bewohnern im Seniorenheim. Umso erfreulicher ist es, dass es Menschen gibt, die ihre Zeit den Senioren zur Verfügung stellen, mit ihnen im Rollstuhl fahren, mit ihnen spielen und reden oder sie am Freitag zum Gottesdienst in die Kapelle bringen.
Von Januar bis März 2006 habe ich in vier Schulungsabenden einige Interessierte auf den Besuchsdienst vorbereitet. Manche waren vorher schon aktiv, andere sind neu hinzugekommen und schenken seither einen Teil ihrer Freizeit den Senioren. Je nach Interesse und Fähigkeiten macht jeder das, was für ihn möglich ist: Die einen sprechen lieber, die anderen gehen mit den Bewohnern im Rollstuhl spazieren oder machen Einkäufe, andere setzen sich zum Spielen hin.
Im Krankenhaus betreue ich wöchentlich die Patienten und bin im Kontakt mit dem Pflegepersonal. Zusätzlich besuchen Gisela Angenend und Renate Gruppe im Wechsel unsere kranken Gemeindemitglieder. Dem ganzen Besuchsteam (nicht alle sind auf dem Foto) an dieser Stelle ein herzliches Vergelt's Gott.
Papst Benedikt beschreibt in seiner ersten Enzyklika „DEUS CARITAS EST“, dass dieser liebevolle Dienst am Nächsten in gleicher Weise zum christlichen Leben gehört wie der Gottesdienst. Wenn wir unseren Dienst in der richtigen Haltung tun, dann wird dieses Tun zum Lobpreis Gottes. Denn „Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott, und Gott bleibt in ihm“
(1. Johannesbrief 4,16).
Der Besuch von kranken und älteren Mitchristen, im Seniorenheim oder im Krankenhaus, gehört zum Grundauftrag der christlichen Gemeinde und ist ein Zeichen unserer Solidarität: Sie bleiben dadurch als Teil unserer Pfarrgemeinde sozial und kirchlich eingebunden.
Wenn Sie sich in diesem Bereich engagieren wollen, dann melden Sie sich bitte im kath. Pfarrbüro (Tel.: 977550). Der Dank der Senioren ist Ihnen sicher! Jeder von uns kann daran mitbauen, dass Leben bis zum Ende lebenswert bleibt.

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